Früher Saisonbeginn
Das Winterthermikfliegen ist eigentlich erst in zwei Wochen, aber... Der Märzanfang überrascht mit einer langen trockenen Phase, und einige von uns lassen sich das nicht entgehen.
Dienstag, 3.3.2026 - frei nehmen oder Rentner sein in Braunwald
Im Chat finden wir uns für heute und fahren nach Braunwald: Dani Z, Dani Wirz, und Nik treffen wir auch noch.
Ein wunderschöner Tag, viele Piloten, und es trägt schon, als wir auf dem Gumen ankommen. Bald bin ich auch bereit, starte und drehe sofort auf. Schon schön, nach dem Winterschlaf sofort wieder vor dieser imposanten Kulisse herumgondeln zu dürfen!
Ausflug zum Ortstock dann bitzli zu optimistisch. Es trägt nicht, und beim Zurückfliegen bin ich schnell zu tief für den Anschluss. Vorher ging's so leicht, aber jetzt scheine ich unter einer Inversion festzukleben, während die anderen weit oben die Aussicht geniessen. An der vorderen Kante kratze ich eine geschlagene Stunde, bis ich mich laaaangsam hocharbeiten kann. Uff - ich sah mich schon landen und nochmals ein Billet lösen...
Jetzt mache ich gemütlich Höhe und freue mich, vor den Wänden des Eggstocks herumzusoaren.
Bald mal fliege ich dann doch los, rüber zum Glärnisch. Der ist zickig und wieder dauert es, bis ich 2100m habe und das Tal queren kann. Hinter Glarus dann wie immer überspült und hackig, aber ein Monsterschlauch, der mich weiterträgt.
Beim Kerenzerberg endlich feine Leethermik, die mich an die Basis trägt! Von hier gibt's gute Aussicht und einen Freipass für die Querung zum Federispitz 😊
Dort trägt's, weiter hinten dann nich mehr so. Dank sei dem jungen Adler, der mir zeigt wo meine letzte Thermik steht.
Ich entscheide mich für's Toggenburg - von wegen Verkehrsverbindung nach Hause - und schleiche mich am Tanzboden vorbei mit Vollgas gegen den Talwind, knapp bis nach Ebnat-Kappel, wo grosse Landewiesen diesen ersten Flug im Jahr beschliessen. Die anderen landen verteilt im Glarus.
Supercool, wow! Und das am dritten März...
Samstag 8.3.2026 - ein veritabler Clubausflug ins Prättigau
Nach Absprache im Chat treffen sich schlussendlich neun PARAnoias auf der Madrisa, inklusive einem Neumitglied 😊
Thermik is angesagt, Saharstaub hat's nicht mehr so viel. Nachdem gestern die Liga Werbung für den Startplatz gemacht hat, sind wir nicht alleine. Sogar anstehen muss man, weil leider nur für knapp drei Schirme planiert ist.
Tatsächlich sind alle von uns Madrisa-Neulinge, ausser Andy, der Anfangs Woche schon gut geflogen ist hier. Er weist uns dann auch ein, und wir alle folgen ihm wie junge Hündchen 😁
Mein Start ist gut, und nach dem Gleitflug über's Skigebiet finde ich über den Solarpanels zuverlässige Thermik, die mich hoch genug für die erste Querung Richtung dem klassischen Wendepunkt beim Chessler trägt. Zurück von dort nehme ich mir Zeit bis ich 3000m habe, um Richtung Davos zu queren.
Nun folgt ein wunderschöner Flug das Landwassertal runter, immer schön hoch, mit genialer Aussicht. Bald mal stösst Andy Ö zu mir, und wir fliegen ab da im Duo. Eigentlich wollten wir bis Tiefencastel, aber dort unten steht schon ein recht strammer Südwind, und die Schirme vor uns sind tief. Ich habe keine Lust auf eine rumplige Bastelstunde, und wir beschliessen, umzukehren. Zurück geht's mit Rückenwind dann im Eiltempo.
Vom Weissflue queren wir zurück Richtung Madrisa und fliegen das Prättigau runter. Während Andy es bei Fanas nochmals versucht, kehre ich bei Stels um, bastle mich langsam hoch, und schliesse das FAI komfortabel beim Startplatz. Nochmals umkehren, und mit Atomhöhe das ganze Prättigau runtergleiten, dann lande ich bei Andy in Schiers.
Auch alle anderen kamen auf ihre Kosten: die meisten landen verteilt im Prättigau; ein Dani in Sargans, der andere sogar im Toggenburg!
Die Saison ist eröffnet. Nach dem Winterschlaf wieder mit Kollegen fliegen gehen - wie schön ist das denn!