, Andreas Österle

Hochalpines HF Rheinwaldhorn

PARAnoia bezwingt den höchsten Tessiner

Am Wochenende zum 5.9.25 war es wieder soweit. Das jährliche ParaNoia hochalpine Hike & Fly stand an und der Wetterbericht sagte gute Bedingungen an.

Mit nur drei Teilnehmern war die Anzahl eher gering im Vergleich zu den letzten Jahren, aber das hat der Motivation der Teilnehmer nicht geschadet.

Nach einer Analyse der Touren kam schnell der Vorschlag Rheinwaldhorn im Tessin auf. Mit 3402m ist es die höchste Erhebung im Kanton Tessin.

Am Freitag 5.9. haben wir uns um 12 im Zug nach Bellinzona verabredet. Mit 10-18kg beladen haben wir gegen 15:00 von Dongio (den Aufstieg zur Capanna Adula gestartet. In 3 std Aufstieg haben wir die ersten 1200 Höhenmeter im T-Shirt überwunden. Oben angekommen hat uns das nette Hüttenwart Team noch mit einem Kuchen und Kaffee versorgt und wir genossen die schöne Aussicht. Mit einer Katzenwäsche sind alle gegen 22:00 ins Bett mit dem Wissen, dass das z‘Morgen Buffet bereits um 5:00 Uhr auf uns wartet.

Gut und tief geschlafen wird in SAC Hütten selten, aber alle konnten sich genug erholen und waren mehr oder weniger frisch am nächsten Tag. Das Frühstücksbüffet war einfach aber ausreichend mit Kaffee, Birchermüsli und Marmelade Brot. Mit Marschtee ausgestattet sind wir um 5:40 Uhr aufgebrochen zum Rheinwaldhorn. Auf dem Plan standen weitere 1400 Höhenmeter über Geröll, Gletscher und Schnee. Um diese Zeit war es noch komplett dunkel und wir haben unsere Stirnlampen montiert. Bereits nach einer Stunde Aufstieg wurde es langsam hell und wir genossen den Sonnenaufgang in den Bergen.

Vorbei an den ersten Gletscherhöhlen haben wir uns zum Gletscherrand hoch gearbeitet. Dort haben wir die Steigeisen sowie die Klettergurte montiert und uns gegenseitig mit einem langen Seil gesichert. Kurz vor dem Gipfel ging der letzte Anstieg über ein frisch verschneites Feld. Trotz des steilen Geländes hatten wir mit unseren Steigeisen und Pickel genug Halt und konnten den Moment sogar noch mit einem Foto festhalten.

Am Gipfel angekommen haben uns die anderen Alpinisten nach unserer schweren Ausrüstung gefragt. Mit Gleitschirm waren wir doch die einzigen auf dem Gipfel und wurden mehrfach gefragt ob Sie mit hinunter fliegen dürfen.

Nach einer Mittagspause unter dem Gipfelkreuz haben wir uns überlegt wo wir am Sichersten den Gleitschirm startbereit bekommen. Wir entschlossen uns wieder 250hm abzusteigen und auf dem Gletscher die Startbedingungen zu prüfen. Dort haben wir als grösste Schwierigkeit das steile Gelände und die damit abrutschenden Schirme identifiziert. Mit etwas Schnee gesichert konnten wir die Schirme so gut fixieren, dass ein Vorwärtsstart sicher möglich war.

Die Thermik war Mittel bis Schwach an diesem Tag voraus gesagt. So haben wir uns überlegt wie weit wir denn wohl mit unserem Flug kommen damit die Heimreise nicht unbequem wird. Bis Biasca wollten wir auf jeden Fall kommen, bestenfalls bis Bellinzona. Als wir in der Luft einen Riesen Schwarm Gänsegeier kreisend und aufsteigend gesehen hatten, wollten wir doch etwas genauer hinsehen was da los war. Mit genügend Respekt und Abstand haben wir uns dem Schwarm langsam angenähert. Viel Beachtung haben die Vögel uns nicht geschenkt und sind dann schon bald weiter während wir die Thermik noch bis zum Ende ausgedreht haben. Bis auf 2700hm konnten wir uns wieder hoch arbeiten. Im Anflug auf Biasca kam allerdings dann nichts mehr Verwertbares und wir sind in Biasca gelandet.

Dort hatte es noch ein nettes Restaurant in Bahnhofsnähe und bei einer Pinsa mit Landebier haben wir unser Erlebnis Revue passieren lassen. Auch wenn alle doch recht geschafft waren, war keiner am Limit und haben das Erlebnis sehr positiv abgeschlossen.